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Schuldgefühle im Trauerprozess

Im Verlauf eines Trauerprozesses erleben viele Menschen Schuldgefühle. Dieses vielschichtige Empfinden ist eng mit der Sehnsucht nach vergangenen Zeiten verbunden, als die verstorbene Person noch Teil des eigenen Lebens war.

Schuld in der Trauerphase ist ein äusserst häufiges, aber auch komplexes Gefühl. Es entsteht oft aus dem Gedanken, nicht genug getan zu haben oder weiterzuleben, während die geliebte Person gestorben ist. Gelingt es, die internalisierten Glaubenssätze zu erkennen und zu benennen, kann man einen Ausweg aus den Selbstvorwürfen finden.

Oft stellt die Schuld auch ein gewisses Instrument der Kontrolle dar: Anstatt die Trauer direkt zu spüren, richtet man die Aufmerksamkeit auf Fehler in der Beziehung zur verstorbenen Person und verurteilt sich selbst. Somit versucht man, eine rationale Erklärung für etwas zu kreieren, was unerklärlich ist. Doch genau in einer verletzlichen Phase ist es entscheidend, den tatsächlichen Emotionen Raum zu lassen.

Das Schuldgefühl kann auch zum Instrument werden, die Verbindung zum Verstorbenen wieder zu bekräftigen. Es stellt ein gewisses Muster der Vertrautheit dar und ist schwierig zu durchbrechen. Denn die Erinnerungen an die schönen gemeinsamen Momente sind meist einfacher als die Konfrontation mit der Gegenwart.

Vielmals kann es helfen, die Schuldgefühle in konkrete Handlungen umzuwandeln und somit aus dem Teufelskreis der Selbstvorwürfe auszubrechen. Hat man das Gefühl, zu wenig Zeit mit der Person verbracht zu haben, könnte man beispielsweise in einer wohltätigen Organisation arbeiten. Quält einen der Gedanke, der Person nicht genügend Wertschätzung gezeigt zu haben, hilft das Schreiben eines Briefes, die Zuneigung auszudrücken. Schon kleine Taten oder Rituale können dabei helfen, sich entlastet zu fühlen.

Auch wenn Schuldgefühle ein natürlicher Bestandteil der Trauer sind, ist es wichtig, sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen. Entscheidend ist, sich selbst zu erlauben, loszulassen – ohne die Erinnerung oder die Liebe zur verstorbenen Person zu verlieren.